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Deutsche Realitäten

Dienstag, 26. Mai 2009

Wie schwer es in diesem Land ist, weiß man nicht nur erst, wenn jemand auf staatliche Unterstützung angewiesen ist. Noch fataler sind solche Situationen wie jene hier im Abendblatt.

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Der Baumarkt – Servicefreies Männerspielparadies

Samstag, 05. Juli 2008

Ich gebe zu: Ich gehe gerne in den Baumarkt. Einfach mal so. Beim Gang durch die vielen Schrauben, die Gipspaletten, die Teppiche, Leuchtmittel usw. kommen Kindheitserinnerungen hoch. Alles leuchtete, glitzerte und hat irgendeinen Zweck. Doch eines hat mich immer gestört, wenn ich mal wirklich was gesucht habe: Servicemitarbeiter, die mir wirklich weiterhelfen konnten, waren so rar wie ein deutsches Tor im EM-Endspiel 2008 in Wien. Der Herr XY war gerade nicht da – Pause wahrscheinlich oder die Frau AB hatte anderweitig zu schaffen. So wie ich das erlebt habe, ging es augenscheinlich auch den Testern über die die FAZ berichtet:

Individuelle Beratung und kompetente Mitarbeiter seien Mangelware, heißt es in der Untersuchung, die sich über 108 Filialen erstreckte und Kompetenz, Preise, Sauberkeit der Räumlichkeiten testete. Das berichtet Bianca Möller, Geschäftsführerin des Hamburger Instituts. Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit seien ebenfalls Mangelware; das Kassenpersonal habe in dieser Hinsicht sogar noch schlechter abgeschnitten als die Kundenberater.
(Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung 4. Juli 2008)

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Renitente Rentner überfluten Deutschland.

Freitag, 16. Mai 2008

Ich habe Angst. Ja. Angst. Und zwar nicht vor den Jungen, die Unten an der S-Bahn auf mich warten, sondern vor den Alten. Die Alten, die sich gegenseitig verprügeln, zum Beispiel. Passiert ist das in Hamburg. Am helllichten Tag. Mitten in der Innenstadt. Vor Zeugen. Und beide waren noch nicht mal Mitglied der anonymen Masse. Ganz im Gegenteil: Ein Schauspieler und ein hanseatischer Ex-Senator.

Schwere Vorwürfe gegen den früheren Hamburger Wirtschaftssenator Wilhelm Rahlfs (69). Der FDP-Politiker soll den bekannten Schauspieler Rolf Becker (73) während einer Lesung mit einem Krückstock angegriffen und geschlagen haben. Zahlreiche Zeugen bestätigen den Vorgang, die Polizei ermittelt. (Quelle Hamburger Abendblatt vom 16. Mai 2008)

Gerade der Krückstock scheint wohl bald unter die neuen verschärften Waffengesetze zu fallen. Wer kennt nicht die lieben Alten, die einem mit genau diesem Gegenstand (“Schlagkräftige Argumente” by the way) vom Fahrrad prügeln, wenn einem danach ist mit dem Drahtesel, durch die ansonsten fahrradfreie Innenstadt, zu fahren. Doch dieser Streit unter als gebildet geltenden Mitgliedern der gehobenen Gesellschaftsschicht, zeigt, dass auch hier der Schlagstock ein strenges Regiment führt.

Und dann auch noch dies: Fast gleichzeitig. Eine Meldung über eine Rentnerbande, die seit Jahren Einbrüche begeht und sich mit den Verkauf der Waren einen “netten” Tag macht, dann frage ich mich ehrlich, was hier los ist.

Zitat aus dem Hamburger Abendblatt – ebenfalls vom 16. Mai 2008

Die Sonne scheint. Die drei Senioren sitzen vor einem spanischen Restaurant bei Thunfischsalat mit Ei und trinken Mineralwasser. Hein P. (70), Günter S. (65) und Gerhard S. (69) kennen einander seit fast 40 Jahren. Die Stimmung ist ausgelassen. Es ist ihnen nicht anzusehen, dass sie es faustdick hinter den Ohren haben. Am Vortag stürmte die Polizei Wohnungen der Männer, deren Schrebergärten, Garagen und ein kleines Schiffsausrüstergeschäft am Hafen. Zusammen mit ihrem Freund Werner K. (60) soll die Bande jahrelang in Häuser eingebrochen sein und die Beute verkauft haben. Ermittler schätzen den durch die Rentner-Gang entstandenen Schaden auf rund 100 000 Euro.

(Quelle: Hamburger Abendblatt 16.05.2008)

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Tauschbörse Schulhof wird dichtgemacht

Donnerstag, 15. Mai 2008

Jeder, der zur Schule gegangen oder vielleicht noch dort ist, der kennt sie: Panini Fußballbilder. Die Dialoge in den Pausen hörten sich zu meiner Zeit so an:

“Ey. Hast du nen Völler?”

“Jaaaa.”

“Ich gebe dir einen Bierhoff und einen Van Basten dafür!”

“Nöö. Ich will lieber einen Gullitt und das Fußballwappen von Rußland!”

Doch damit ist jetzt Schluss. Das Tauschbörsen Spiel in der Schulpause wird abgepfiffen. Im Hamburger Abendblatt vom 15. Mai 2008 ist ein netter Artikel darüber wie unsere Pädagogen ins Geschäft miteingreifen. Die Begründung für das Untersagen des Tauschhandels lautet:

“Am Anfang läuft es toll, doch schnell kommen Neid und Missgunst auf. Dann gibt es Nötigung, Diebstahl und sogar Erpressung unter den Kindern”, sagt Gerhard Kolz, seit 22 Jahren Schulleiter an der Gesamtschule Heidberg in Langenhorn. Manchmal sehe er, wie Jungen die Köpfe zusammenstecken und wegliefen, wenn er käme. “Dann steht da ein kleiner Junge und weint, weil die anderen ihm die Bilder geklaut haben.” Es sei sogar vorgekommen, dass ältere Kinder jüngeren damit gedroht hätten, sie auf dem Nachhauseweg zu verhauen, wenn sie jetzt einen Sticker nicht herausrückten. “Darum verbiete ich seit einiger Zeit alle Sammelbilder an der Schule”, so der 63-Jährige zum Abendblatt. Quelle: Hamburger Abendblatt 15.05.2008

Naja. Nachdem Rauchverbot kommt das Tauschverbot. Gott sei Dank gibt es ja noch die dunklen Ecken bei der Bushalte-Stelle! ;-)

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“Schlämmer” ist nicht gleich “Horst”

Donnerstag, 10. April 2008

WItzig ist es ja, wenn es mit “Schlämmer” zu tun hat. Der “Horst Schlämmer” ist schon eine spaßige Gestalt von Hape. Aber jetzt hat sich jemand in Hamburg den gleichen Nachnamen gegeben geklaut. Außerdem kaufte er sich noch ein bisschen Polizeizubehör (Kelle und so) und klaute ein Auto. Dann machte er sich auf vermeidliche Raser abzukassieren. Fünf Wochen ging das gut, dann nicht mehr.

Die Mopo hat am 10. April 2008 darüber geschrieben:

Falscher Polizist “Kassierte nur Raser ab”

Knacki Stefano I. (37) gab sich im Hafturlaub als “Hauptkommissar Schlämmer” aus / Wie er auf der Autobahn mit seiner dreisten Masche täglich bis zu 400 Euro abkassierte

Also besser nächstes Mal nach dem Rauswinken lieber nachfragen. Aber immer hübsch freundlich bleiben!

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