07.19.11

Herr Ober! Eine neue Bürgergesellschaft, bitte!

Das besonders Bedeutende in der heutigen Zeit in Deutschland zu leben, ist doch die allgemeine Stimmung unter meinen Landsleuten, die dahingehend tendiert, sich immer nach “oben” zu orientieren. Der Deutsche an sich und damit meine ich auch und explizit alle Menschen, die hier leben, haben sich ein Lebensgefühl zu eigen gemacht, das weiter entfernt ist von dem Begriff der Bürgergesellschaft als Griechenland von der Generierung eines positiven Staatshaushaltes.

Während der Bürger und damit die Bürgergesellschaft in Ländern wie Frankreich, Italien und eben auch Griechenland eine gemeinsame Sache und ein gemeinsames Ziel hat, dass da im sehr weiten Sinne lautet: Wohlstand für alle, ist es in Deutschland eher so, dass die egozentrische Sicht diesen Terminus Erhardt wie folgt umgedichtet hat: Wohlstand für mich.

Und das ist erschreckend. Schließlich hat dieses Land in einem gemeinsamen Prozess nicht nur einen Wiederaufbau geschafft, sondern auch quasi ein Staatssystem beerdigt. Doch davon ist heute nichts übrig geblieben, auf dem man eine neue lebenswerte Gesellschaft aufbauen könnte, die den Titel Bürgergesellschaft tragen könnte.

Die Gründe hierfür sind vielfältig und können nicht in einer Einzelheit der Begebenheiten betrachtet werden. Vielmehr ist die Gesamtsumme, dass was am Ende des Tages dabei herauskommt, eine deutliche negative, wenn es auf die Bürgergesellschaft ankommt.

Die Vertrauenskrise des Banksystems

Früher waren die Banken einmal so etwas wie ein Beratungsinstitut oder um es vereinfacht auszudrücken: Der reiche Onkel, der was von finanziellen Dingen verstand und der einem helfen und beraten konnte, wenn es Probleme oder Herausforderungen im finanziellen Bereich gab. Da ging derjenige hin und besprach bei einer Tasse Kaffee in einer vertrauensvollen Runde die finanziellen Dinge, die wichtig waren. Und vor allem diejenigen Dinge, die das Interesse desjenigen verfolgten, der zu der Bank gegangen war. Begriffe wie “Eine feste Bank.” zeigen schon auf worauf es in der Vergangenheit ankam. Der Bankberater war jemand, der mit einem durchgerechnet hat, ob es mit dem Kredit Sinn macht, ob der Dispo erhöht werden konnte oder ob es Möglichkeiten gab, die der momentanen moneteäre  Lage des Suchenden nach Beratung entsprachen. Dass der Bankberater im Anschluss eine Provision bekam, war ein Nebeneffekt. Ein kleines Sahnehäuptchen auf dem Kaffee. Das Gefühl von beiden war nach dem Ende eines solchen Beratungsgespräches in der Bank, dass da jemand sich für meine Belange interessiert und mich kompetent berät.

Es ging also beiden eher darum, dass jeder seinen Teil hatte. Der eine die Lösung eines finanziellen Problem und der andere das Vertrauen in das Gefühl seinen Job gut gemacht zu haben und einen Kunden an sein Unternehmen gebunden zu haben. Ein wichtiger Punkt. Ein sehr wichtiger Punkt, gerade in Hinsicht auf die Thematik, dass viele, viele Angestellte unzufrieden sind mit ihrer Anstellung und innerlich gekündigt haben. So haben also die beiden Menschen in dieser Ansicht, sowohl finanziell als auch menschlich mit einander interagiert. Und das weitestgehend zu einem beiderseitigen akzeptablem Preis. Das ist aber mittlerweile auf dem Altar der Gier geopfert worden. Es ist geopfert und sogar geschlachtet worden um den Preis des Profites. Das Goldene Kalb ist also exsistent und frißt freudig vor sich hin.

Fortsetzung folgt.

 

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07.11.11

Schwachsinnige Gierhaken

Das “Schöne” an diesen Zeiten ist es, neben dem täglichen Überlebensk(r)ampf, zu schauen zu können, wie eine gesamte Gesellschaftsform vor die Hunde geht. Die gute alte Demokratie und ihr jüngeres Geschwür, der Kapitalismus bringen es schon sehr weit in diesen Tagen. Der Abrgund ist nicht weit und ich mache mir erstmal ein Bier auf.

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06.11.09

Wer gedruckte Zeitungen liest, verschwendet Geld

Gedruckte Zeitungen sind ein Relikt aus einer Zeit, in der Geld noch vorhanden war und Menschen morgens gefrühstückt haben. Heute macht das kaum noch einer oder ein paar Besserverdienende. Das Leben hat sich verändert und macht das ständig. Wer frühstückt den heute noch. Dafür ist doch keine Zeit da. Abends spät ins Bett und morgens raus. Duschen. Rauchen (eventuelle). Was kurzes in den Mund gesteckt und auf Weg zur Arbeit ein Coffee to go und ein Franzbrötchen. Das ist Frühstück im 21. Jahrhundert. Für alles andere gibt es keine Zeit. Die Zeitung findet im Augenwinkel zum Nachbarn in der S-Bahn statt. Nicht mehr auf den Küchentisch. Menschen laufen nicht mehr runter, um die nasse Zeitung aus dem Briefkasten zu ziehen. Menschen schalten ihren Rechner an und schauen, was es Neues gibt. Nicht altes von gestern – gedruckt. Eine Tageszeitung kostet Geld – viel Geld – für viele zu viel. Wenn ich 1000,- Taggen im Monat habe, gebe ich nicht 40 Euro für ne Tageszeitung aus, die mir tagtäglich Nachrichten serviert, die ich schon kenne. Außerdem habe ich im Netz mehrere Meinungen für den gleichen Preis oder sogar weniger. Ein DSL Anschluss kostet 30,- Euro in vielen Fällen. Und das nicht bei Überregionalen Presseerzeugnissen. Das Regionale – interessiert doch nur die älteren. Unnötige Artikel über die Schützenkönigin oder anderen Gossip aus der Nachbarschaft. Das kann ich auch beim Friseur haben. Selbst beim 10,- Euro Haarschnitt um die Ecke beim Einkaufszentrum auf der Grünen Wiese. Den gedruckten Gossip braucht höchstens noch der Fischhändler, der ebenso rar geworden ist. Kauft doch jeder eh nur noch die fertigen Boxen beim Discounter. Dafür braucht man keine Zeitung und vor allem nicht eine jeden Tag. Jeden Tag Fisch ist auch einseitig.

Und da keiner mehr gedruckte Nachrichten von Gestern lesen will, geht es auch den Druckmaschinenherstellern schlecht. Normal würde ich sagen. Ich verstehe die Diskussionen um Qualität von Zeitungen nicht. Warum wird über was diskustiert, was es doch schon seit Jahren nicht mehr gibt. Vor allem im Regionalen Bereich. Da ist der Redakteur ein alter Lehrer oder (noch) festangestellt bei einer Monopolzeitung. Der wird den Teufel tun, um über Verfehlung der Leute zu schreiben, mit denen er Golfs spielt. Im Kegelklug ein Bierchen kippt oder bei der Parteiversammlung eine vor der Tür raucht. Das macht doch keiner. Also da ist keine Qualität zu erwarten. Die wahren Nachrichten hält der Kaffeeklatsch bereit. Dafür muss ich nicht monatlich 30 – 40 Euro raushauen. Torte und Kaffee sind billiger.

Tut mir leid um die Austräger, die paar angstellen Redakteure und die vielen Freien die ausgebeutet werden. Die Drucker, die nun zu Hause bleiben müssen. Aber so ist es. Das passiert.

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06.5.09

Die Verlogenheit der Politik

Politik redet, redet und predigt Wasser und trinkt Wein. Die da Oben – Wir da unten. Eigentlich nichts neues. Schon seit  Jahren bekannt und es wird nichts passieren. Ein besonderes Beispiel an perfider Menschenverblödung und der Opferung von eigenen Idealen gibt es laut Taz im Moment in Berlin. Dorthin sollen Call Center. Die modernen Schlachthöfe der Arbeitnehmerrechte werden mit viel Geld gefördert und in die Hauptstadt gelockt. Der Arbeitsmarkt ist durstig nach Menschen, die von ihrer Arbeit nicht leben können oder zumindest ihre Miete, ihr Essen und ihre monatlichen Kreditraten zu zahlen. In Berlin regiert unter dem Partybürgermeister Wowie eine Rot-Rot Kollation. Na Mensch, denke ich da. Haben die nicht in ihren Wahlprogrammen den Mindestlohn. Das Mindeste, dass dann gerade noch aussreicht, um wenigstens Sonntag mal nicht vom Flaschenpfand einen Braten zu bezahlen? Ja es ist im ihren Wahlprogrammen – aber da das Hemd näher ist, als die Hose, werden die Call Center Betreiber natürlich nicht und niemals aufgefordert werden, Mindestlöhne zu zahlen.

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01.27.09

Warum Journalist werden… 2. Teil

“Warum Journalist werden” hatte ich schon vor zwei Post gefragt. Anscheinend gibt es schon weitere Belege, warum man diesen Beruf ausüben soll: Weil man in Produktionsfirmen Autotests machen kann und diese dann an den WDR verscheuert. Leider haben die vom WDR wohl gemerkt, dass die “Tests” wohl eher “Schleichwerbung” waren, denn warum sonst wird sich von einer Produktionsfirma getrennt.

Hier der Beitrag auf DWDL

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08.17.08

Seit’ an Seit´ marschiert die Kirche und die Gewerkschaft

Hieß nicht eine Zeile der Internationalen “Kein Gott. Kein Kaiser. Noch Tribun.”? Aber die modernen Zeiten verlangen jetzt einen Schulterschluss zwischen der Kirche und dem DGB. Die Männer und Frauen Gottes sowie die Gewerkschaftler fordern jetzt, dass die gebühren finanzierten Öffentlich Rechtlichen Sender ARD, ZDF und das Deutschland Radio ihr Internetangebot nicht nur sieben Tage die Woche aktuell halten dürfen. Lustig nur am Rande sind die sieben Tage (vgl. Schöpfungsgeschichte). Ich finde als GEZ doppelt Zahler das eigentlich auch, obwohl ich nicht in einer Gewerkschaft bin. Und dies aus ein paar Gründen. Zu einem ist die Argumentation der privaten Verleger und Fernsehmacher ein wenig fadenscheinig, wenn man deren Bestrebungen kennt sich an dem Medienpool der Öffentlich Rechtlichen zu bedienen. Dazu habe ich eine klare Meinung: Das gehört nicht erlaubt! Ich möchte nicht mit meinen Gebühren Menschen wie z. B. den Investor der Berliner Zeitung unterstützen oder den WAZ Konzern in NRW, der gerne Lokalredaktionen ausdünnt und Ressorts zusammenlegt. Warum sollen die ihre Rendite erhöhen können mit meinem Gebühren. Schluss damit. Ich finde bei all dem Mist den es bei den OR gibt, wie Kerner, Beckmann, Illner und den ganzen Rest, ist es doch – und  gerade im Internetzeitalter, wo es schwierig ist, gute von schlechte Informationen zu unterscheiden, wichtig, dass die OR einen kleine Oase bieten, die nicht sofort unter dem Verdacht von Lobby- und Werbeinteressen fällt. Das heißt für mich in erster Linie Deutschland Funk. Denn hier brauche ich nicht Angst vor Schleichwerbung zu haben. Ich plädiere mal für einen gewagten Vorschlag: Trennt D-Radio von dieser ganzen Diskussion ab. Macht aus dem ARD und ZDF Sender private. Warum nicht. Einen großen Unterschied wird es nicht geben zum heutigen Tagesprogramm. Und dann zahle gerne weiterhin Geld für D-Radio. Die 1,10 Euro gebe ich mit Freunde aus. Und meinetwegen sollen die auch ein Internetfernsehen machen.

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