06.11.09

Wer gedruckte Zeitungen liest, verschwendet Geld

Gedruckte Zeitungen sind ein Relikt aus einer Zeit, in der Geld noch vorhanden war und Menschen morgens gefrühstückt haben. Heute macht das kaum noch einer oder ein paar Besserverdienende. Das Leben hat sich verändert und macht das ständig. Wer frühstückt den heute noch. Dafür ist doch keine Zeit da. Abends spät ins Bett und morgens raus. Duschen. Rauchen (eventuelle). Was kurzes in den Mund gesteckt und auf Weg zur Arbeit ein Coffee to go und ein Franzbrötchen. Das ist Frühstück im 21. Jahrhundert. Für alles andere gibt es keine Zeit. Die Zeitung findet im Augenwinkel zum Nachbarn in der S-Bahn statt. Nicht mehr auf den Küchentisch. Menschen laufen nicht mehr runter, um die nasse Zeitung aus dem Briefkasten zu ziehen. Menschen schalten ihren Rechner an und schauen, was es Neues gibt. Nicht altes von gestern – gedruckt. Eine Tageszeitung kostet Geld – viel Geld – für viele zu viel. Wenn ich 1000,- Taggen im Monat habe, gebe ich nicht 40 Euro für ne Tageszeitung aus, die mir tagtäglich Nachrichten serviert, die ich schon kenne. Außerdem habe ich im Netz mehrere Meinungen für den gleichen Preis oder sogar weniger. Ein DSL Anschluss kostet 30,- Euro in vielen Fällen. Und das nicht bei Überregionalen Presseerzeugnissen. Das Regionale – interessiert doch nur die älteren. Unnötige Artikel über die Schützenkönigin oder anderen Gossip aus der Nachbarschaft. Das kann ich auch beim Friseur haben. Selbst beim 10,- Euro Haarschnitt um die Ecke beim Einkaufszentrum auf der Grünen Wiese. Den gedruckten Gossip braucht höchstens noch der Fischhändler, der ebenso rar geworden ist. Kauft doch jeder eh nur noch die fertigen Boxen beim Discounter. Dafür braucht man keine Zeitung und vor allem nicht eine jeden Tag. Jeden Tag Fisch ist auch einseitig.

Und da keiner mehr gedruckte Nachrichten von Gestern lesen will, geht es auch den Druckmaschinenherstellern schlecht. Normal würde ich sagen. Ich verstehe die Diskussionen um Qualität von Zeitungen nicht. Warum wird über was diskustiert, was es doch schon seit Jahren nicht mehr gibt. Vor allem im Regionalen Bereich. Da ist der Redakteur ein alter Lehrer oder (noch) festangestellt bei einer Monopolzeitung. Der wird den Teufel tun, um über Verfehlung der Leute zu schreiben, mit denen er Golfs spielt. Im Kegelklug ein Bierchen kippt oder bei der Parteiversammlung eine vor der Tür raucht. Das macht doch keiner. Also da ist keine Qualität zu erwarten. Die wahren Nachrichten hält der Kaffeeklatsch bereit. Dafür muss ich nicht monatlich 30 – 40 Euro raushauen. Torte und Kaffee sind billiger.

Tut mir leid um die Austräger, die paar angstellen Redakteure und die vielen Freien die ausgebeutet werden. Die Drucker, die nun zu Hause bleiben müssen. Aber so ist es. Das passiert.

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04.22.08

Braucht man ein gedrucktes Wikipedia?

Wurde noch in der letzten Zeit der Brockhaus in seiner gedruckten Variante in die Geschichte verabschiedet, so kommt jetzt eine Ankündigung, die zumindest mich kopfschütteln lässt. Der Bertelsmann Verlag! Ja, genau der, der mit seiner Tochterfirma inmediaONe freundliche Wissensberater in die Republik aussendet, um Menschen wie du und ich von der Wichtigkeit einer Enzyklopädie zu überzeugen. Dieses kann man dann – Gott sei Dank – in Ratenzahlung kaufen! Natürlich nur, wenn man die 1500 – 2000 Euro gerade nicht zur Hand hat. Genau dieser Verlag will nun Wikipedia drucken! Ja auf Papier und zwischen Deckeln. Da frage nicht nur ich, ob man das braucht kauft, sondern auch Tilmann Neuscheler in der FAZ von 22. April 2008.

Nun geht die Online-Enzyklopädie Wikipedia offenbar genau den anderen Weg. Das Bertelsmann Lexikon Institut bringt im Sommer eine Druck-Ausgabe heraus. Das einbändige Werk soll ab September im Buchhandel für 19.95 Euro erhältlich sein. Auf knapp 1000 Seiten werden in gekürzter Fassung die 50.000 meistgesuchten Begriffe der Online-Enzyklopädie präsentiert. Quelle: Faz 22.04.2008

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